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  • Implantate

    Künstliche Zahnwurzeln statt gesunde Nachbarzähne beschleifen.

    Neben der Parodontologie stellt die Implantologie einen weiteren Schwerpunkt der Breisgaupraxis dar. Wir wollen, dass Sie auch nach dem Verlust eines eigenen Zahnes „herzhaft zubeißen“ und lachen können.

Implantologie

Die Implantologie hält hierfür ein spezielles Verfahren bereit, das prothetische Arbeiten wie Kronen optimal ergänzt und eine sinnvolle wie dauerhafte Lösung darstellt. Mit der Einsetzung von Implantaten (künstliche Zahnwurzeln aus Titan) in den Kiefer erhält der nötige Zahnersatz eine feste Basis. So lassen sich fehlende Zähne ersetzen, ohne – wie bei einer konventionellen Behandlung (z.B. Brücken) – die Nachbarzähne zu schädigen. Gleichzeitig wirkt dieses Verfahren dem Knochenschwund entgegen, erhält und stärkt die Kaufunktion. In diesem Fachgebiet wenden wir neben der konventionellen Chirurgie auch die so genannte Mikrochirurgie an. Dies bedeutet für unsere Patienten kleinstmögliche Schnitte, größtmögliche Gewebeschonung und damit weniger körperliche Belastung bei den Operationen.

In einem gesunden Gebiss haben die einzelnen Zähne grundsätzlich 2 Funktionen:

  1. Die vorderen Schneidezähne beissen die Nahrung ab; die hinteren zermahlen sie.
  2. Alle Zähne stabilisieren das Gebiss als Ganzes.

Doch was ist, wenn ein Zahn oder gar mehrere Zähne fehlen? Durch Karies oder andere Krankheiten zunächst irreparabel zerstört und dann gezogen. Oder durch einen Unfall verloren gegangen.

Eine der Behandlungsmöglichkeiten ist das Implantat. Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Keramik, auf die eine Art „Basiskrone“, das so genannte „Abutment“ geschraubt wird. Und der Zahntechniker formt darauf dann die aus anderen Bereichen bereits bekannte Krone.

Erfolg mit Implantaten - Nur mit entsprechender Sorgfalt

Ein Interview mit dem Implantologen unserer Praxis Dr. Peter Hakes

"Für welche Patienten ist die Implantation das geeignete Verfahren?"

Grundsätzlich kann jeder fehlende Zahn durch ein Implantat ersetzt werden. Eine solche künstliche Zahnwurzel hat dort ihren ganz besonderen Vorteil, wenn die Nachbarzähne noch völlig gesund sind und deren Abschleifen vermieden werden kann. Implantate sind auch sehr hilfreich bei großen Lücken. Das Schließen solcher Lücken mit einer Brücke ist zwar technisch möglich, birgt jedoch viele Nachteile in Statik und Tragekomfort. Bei einem Gebiss mit lückig stehenden Frontzähnen sieht eine Brücke aus fest verbundenen Zähnen ästhetisch bei weitem nicht so gut aus wie ein einzelner implantierter Zahn. Und last but not least können Implantate bei völligem Zahnverlust als eine feste Verankerung der Prothese oder einer umfangreichen Brücke dienen.

"In welchen Fällen sollten Ihrer Meinung nach Patienten zu einem alternativen Zahnersatz geraten werden?"

Implantationen sind immer dann mit einem besonders hohen Risiko behaftet, wenn Patienten unter schweren Allgemeinerkrankungen leiden. Allerdings muss bei jedem Mensch individuell eine Risikoeinschätzung vorgenommen werden; ein striktes ‚Nein‘ kann nur für wenige Fallkonstellationen ausgesprochen werden.

So darf man einen gut eingestellten Diabetiker beruhigt implantieren; ist er nicht eingestellt, sind Implantate die falsche Lösung.

Auch bei Osteoporose können Implantate gesetzt werden; befindet sich ein Mensch deshalb in einer medikamentösen Therapie mit sehr starken Bisphosphonaten, geht es jedoch nicht.

Eine weitere Risikogruppe sind Raucher. Denn besonders während der Einheilung der künstlichen Zahnwurzel, aber auch später erhöht Rauchen die Gefahr des frühzeitigen Implantatverlustes erheblich. Doch ein striktes ‚Nein‘ lässt sich auch hier wissenschaftlich nicht begründen, denn nach gemeinsamer Abwägung können Implantate auch für Raucher bei einem akzeptablen Risiko durchaus erfolgreich einheilen.

Darüber hinaus muss ich sicher sein, dass die Mundhygiene stimmt. Muss ich davon ausgehen, dass der Patient die mit einer Implantation verbundenen, sogar gesteigerten, Anforderungen an seine häusliche Mundhygiene vermutlich nicht erfüllen wird, muss ich ebenfalls von Implantaten abraten. Eine regelmäßige Nachsorge bzw. Erhaltungstherapie durch professionelle Zahnreinigungen ist eindeutig wissenschaftlich erwiesen.

"Wie könnten Sie den Ablauf einer Behandlung schematisch darstellen?"

Kommt ein Patient zu uns, werden zunächst alle notwendigen Befunde erhoben. Dabei werden prinzipielle Fragen abgeklärt: Besteht der Wunsch nach einem festsitzenden Zahnersatz oder möchte der Patient etwas Herausnehmbares? Erst dann untersuche ich den Patienten erneut in Richtung der Implantation, mache nötigenfalls zusätzliche Röntgenaufnahme und Abformungen der Kiefer. Auf den entsprechenden Gipsmodellen und mithilfe der Röntgenbilder kann ich jetzt den späteren Zahnersatz planen. Dabei werden auch die Vorerkrankungen und die Einnahme von Medikamenten abgeklärt, sowie über das individuelle Vorgehen und Risiken gesprochen.

Hat sich der Patient dann definitiv für eine Implantattherapie entschieden, werden evtl. notwendige Vorbehandlungen an erkrankten Zähnen oder Zahnfleisch durchgeführt. Außerdem wird eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt, um in einem sauberen Umfeld zu implantieren. Wenn im  Implantationsgebiet zu wenig Knochen vorhanden ist, muss dieser vor oder während der  Implantation noch aufgebaut werden. Erst nach diesen notwendigen Vorbehandlungen setze ich die künstliche Zahnwurzel ein. In manchen Fällen wird dabei sogar die Implantatposition mit einer speziellen Software vorgeplant. Diese ‚perfekte‘ Position wird dann mithilfe einer  angefertigten speziellen  Planungsschablone in den Mund übertragen. Dies erhöht die Präzision und senkt das Risiko von Fehlplatzierungen oder gar Schädigungen.

Die Einheilung der Implantate nimmt in der Regel zwischen vier und 12 Wochen in Anspruch und wird regelmäßig kontrolliert. Während dieser Einheilungsphase darf die Stelle natürlich nicht belastet werden. Zum Abschluss können wir  den Implantatpfosten und die darauf angefertigte Krone einsetzen. Insgesamt dauert die Behandlung zwar einige Zeit, bis der Patient endlich seine Zähne hat. Aber die Ergebnisse sind absolut lohnenswert!

"Wie müssen implantierte Zähne gepflegt werden?"

Extrem gründlich. Wenn sich nämlich eine Entzündung einstellt, führt das zum Abbau des Knochens – und dann verliert die künstliche Zahnwurzel ihren Halt und muss herausgenommen werden.

Leider zieht das meistgenutzte Material für Implantate, Titan, Zahnbelag besonders an. Entsprechend ist eine sorgfältige Reinigung, sowohl zuhause als auch in den Prophylaxesitzungen, so wichtig. Dabei verwenden Patienten neben der Zahnbürste auch spezielle Reinigungsmittel wie zum Beispiel Zahnzwischenraumbürsten.

"Welche Lebensdauer haben Implantate?"

Bei guter Pflege halten Implantate doch recht lange. Man kann grob sagen, dass nach zehn bis fünfzehn Jahren immer noch bis zu 90 Prozent der Implantate fest im Kiefer sitzen.

"Wie teuer sind Implantate?"

Wenn man die Frage nach dem Preis stellt, sollten Patienten ganz genau unterscheiden zwischen dem „einfachen Preis in Geldeinheiten“ und dem, ich nennen ihn an dieser Stelle einmal „Preis der Gesundheit“.

Während exemplarisch das Ziehen eines Zahnes mit anschließendem Abschleifen der (häufig) gesunden Nachbarzähne, um auf ihnen eine Brücke zu befestigen, von den Kassen und Versicherungen als kostengünstigere Alternative gilt, entscheiden sich doch immer mehr Patienten für ein Implantat. Damit ersparen sie sich das Beschleifen der Nachbarzähne und erhalten sich dadurch mehr von ihrem natürlichen Körper.

"Sind Implantate auch etwas für Angstpatienten?"

Als aufklärender Mediziner antworte ich hier selbstverständlich mit einem „es kommt darauf an!“.

Zum einen finden wir bei unseren Angstpatienten häufig Situationen vor, dass entweder schon sehr viele Zähne fehlen, oder dass im Laufe der Behandlung viele Zähne gezogen werden müssen. Dadurch sind entweder vorhanden oder entstehen sehr große Lücken. Solche Lücken sind mit herkömmlichem Zahnersatz nur sehr schwierig und sehr aufwendig zu schließen.

Hier bieten Implantate nahezu ideale Möglichkeiten, dem Zahnersatz mehr Stabilität zu verleihen und damit sowohl den Tragekomfort zu erhöhen als auch eventuelle spätere Wiederholungsbehandlungen zu vermeiden.

Aber es kommt halt darauf an,

  • ob noch genügend Knochen vorhanden ist,
  • keine sonstigen Gegenindikationen aus Vorerkrankungen zum Beispiel gegen eine Implantation sprechen
  • und ob von der notwendigen Mundhygiene auszugehen ist;

um hier die Hauptgründen zu nennen.

Last but not least klären wir unsere Angstpatienten auch intensiv über die im Verhältnis längere Behandlungszeit auf.

  • Nach einem Unfall

    Dank Implantaten brauchen die gesunden Nachbarzähne nicht abgeschliffen werden.

FAQ – Implantate

Die häufig gestellten Fragen zu dieser Behandlungsform und Informationen aus unserer Praxis

Zuletzt noch: Die Geschichte der Zahnimplantate

Hätten Sie es gewußt?

Lang lang ist es her mit Zahnimplantaten. Schon vom 6. bis zum 4. Jahrhundert vor Christi versuchten die Etrusker, verloren gegangene Zähne zu ersetzen. Sie verwendeten dafür Tierzähne oder Knochen, die sie zu Zähnen schnitzten. Befestigt wurden sie mit Goldbändern, die an den Pfeilerzähnen fixiert wurden.

Ägypter und Phönizier setzten geschnitzte Zähne aus Elfenbein ein und banden diese mit Golddrähten an den benachbarten Zähnen fest. Ähnlich gingen die Araber vor, Befestigungsmaterialien waren hier Rosshaare oder Silberdrähte. Die Maya in Mexiko hämmerten zahnförmige Halbedelsteine in das leere Zahnfach.

Zu jeder Zeit versuchten Mediziner, Zähne mittels Implantaten zu ersetzen. Nennenswerte Fortschritte wurden dabei nicht erzielt. Wohlhabende Engländer praktizierten im 18. Jahrhundert eine aus heutiger Sicht recht makabere Methode: Sie kauften jungen Menschen ihre Zähne ab, um sie bei sich einsetzen zu lassen.

1807 beschrieben Magiolo und Jourdan detailliert, wie sie ein kegelförmiges Goldröhrchen in eine leere Vertiefung des Kieferknochens verankern wollten. An der Spitze mit einer vierarmigen, federnden Kralle fixiert, sollte am Goldröhrchen ein Stiftzahn befestigt werden. Das Experiment der beiden schlug fehl, ebenso wie andere Versuche im 19. Jahrhundert.

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