Verhalten nach einem Implantat – Rat aus der Breisgaupraxis
Mit Ihrem Zahnimplantat können Sie bald wieder unbeschwert sprechen, essen und lächeln. Damit es gut einheilt, braucht Ihr Körper in den ersten Tagen Ruhe und Aufmerksamkeit. Und auch Sie haben Fragen:
„Was darf ich jetzt essen?“
„Wie putze ich meine Zähne?“
„Was tun, wenn es blutet?“
Oder auch: „Wann kann ich wieder Sport treiben?“
Wir geben Rat und klare Antworten. Sie erfahren, wie Sie Schwellungen vorbeugen, was Sie beim Essen beachten sollten und wann es wichtig ist, sich bei Ihrem Zahnarzt zu melden.
Sie können bereits direkt nach dem Eingriff viel dafür tun, dass der Heilungsprozess ruhig und ohne Komplikationen verläuft. Indem Sie ein paar einfache Regeln beachten, schaffen Sie gute Voraussetzungen dafür, dass Ihr Implantat sicher einwächst:
Schwellungen sind in den ersten Tagen normal. Sie können helfen, diese zu verringern, indem Sie den Bereich ab und zu von außen vorsichtig kühlen. Wickeln Sie dazu einen Kühlpack in ein Tuch, legen Sie es 10–15 Minuten auf die betroffene Wange und machen Sie zwischendurch Pausen, um eine Unterkühlung zu vermeiden.
Zahnimplantate werden im Zuge eines chirurgischen Eingriffs in den Kieferknochen implantiert. Die meisten Implantate haben ein Innengewinde. Dieses wird benötigt, um Zahnkronen oder Brücken permanent zu fixieren. Überwiegend bestehen die Zahnimplantate aus Titan - einem hochwertigen, gut verträglichem Material, bei dem es kaum zu abstoßenden Reaktionen des Körpers kommt. Dank umfangreicher Forschung an der Oberflächenbeschaffenheit konnte die Qualität und Geschwindigkeit, in der Knochen die Implantate nach dem Einbringen fest umschließt, erheblich gesteigert werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass Implantatprothetik eine hohe Lebensdauer aufweist und nach 10 Jahren Nutzungsdauer ca. 90 % der Implantate weiterhin in Funktion sind. Bei entsprechender häuslicher Mundhygiene, guter Allgemeingesundheit und regelmäßiger Nachsorge ist ein lebenslanger Erhalt möglich.
Manchmal kann nach einer örtlichen Betäubung oder durch die Aufregung die Reaktionsfähigkeit leicht eingeschränkt sein. Sie dürfen dann Auto fahren, wenn Sie sich sicher und fit fühlen. Im Zweifel empfehlen wir Ihnen, sich abholen zu lassen oder für den Heimweg öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Es ist wichtig, dass Sie mit dem Essen warten, bis die Betäubung vollständig nachgelassen hat. Das kann 2–4 Stunden dauern. Solange die Mundhöhle noch betäubt ist, besteht die Gefahr, dass Sie sich auf die Zunge oder die Wange beißen, ohne es zu merken.
Diese könnten am Implantat ziehen oder die Naht belasten.
Wer besonders vorsichtig sein möchte, verzichtet in den ersten 48 Stunden nach dem Eingriff auf Frischmilchprodukte. Diese Produkte enthalten Milchsäurebakterien, und es ist bisher nicht eindeutig geklärt, wie sie die Wundheilung beeinflussen. Um mögliche Keime in der frischen Wunde zu vermeiden, kann es deshalb sinnvoll sein, in den ersten Tagen auf Lebensmittel aus Frischmilch zu verzichten.
Lauwarme, weiche und milde Speisen sind jetzt die beste Wahl.
Die Zahnhygiene ist nach dem Einsetzen eines Implantats wichtig, um den Mundraum von Essensresten zu befreien und Entzündungen vorzubeugen. Allerdings sollten Sie den Wundbereich
in den ersten Tagen schonen und dort nicht direkt mit der Zahnbürste reinigen, bis die Fäden entfernt wurden. Putzen Sie die übrigen Zähne wie gewohnt gründlich.
Ja, aber erst nach den ersten 12 Stunden nach dem Eingriff. In dieser ersten Zeit sollte die frische Wunde möglichst ungestört bleiben, damit sich ein stabiler Wundverschluss bilden kann.
Nach Ablauf der 12 Stunden können Sie mit der von Ihrem Zahnarzt verordneten Spüllösung – wir empfehlen Chlorhexidin ohne Alkohol – vorsichtig spülen. Verzichten Sie dabei auf kräftiges Gurgeln oder starkes Spülen. Lassen Sie die Spüllösung stattdessen sanft im Mund hin- und herfließen und spucken Sie anschließend vorsichtig aus. Nach den Mahlzeiten hilft dies, den Mund sauber zu halten, ohne den Wundbereich mit der Zahnbürste zu reizen.
Falls Sie eine herausnehmbare Prothese tragen, gilt: Bitte setzen Sie diese erst wieder ein, wenn sie von Ihrem Zahnarzt überprüft und ggf. angepasst wurde.
Nach einer Implantation kann es vorkommen, dass die Prothese nicht mehr so sitzt wie zuvor und somit an der frischen Wunde reibt. Eine Prothese, die schlecht sitzt, kann Druckstellen
verursachen und den Heilungsverlauf stören. Im schlimmsten Fall kann sie sogar die Naht öffnen oder das Einheilen des Implantats gefährden. Es ist daher sehr wichtig, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Zahnarzt prüfen, ob und wann Sie Ihre Prothese wieder einsetzen können.
Wenn Sie merken, dass Ihre Prothese drückt, Schmerzen verursacht oder beim Einsetzen Probleme macht, nehmen Sie die Prothese bitte wieder heraus und melden Sie sich in Ihrer Zahnarztpraxis.
Nach dem Einsetzen eines Implantats ist es normal, wenn sich Ihr Speichel leicht rötlich verfärbt oder eine kleine Menge Blut austritt. Oft wirkt es im Mund viel mehr, als es tatsächlich ist, weil sich bereits ein kleiner Tropfen Blut im Speichel stark verteilt. Solche leichten Nachblutungen hören in der Regel von selbst wieder auf.
Wichtig ist, dass Sie in den ersten Stunden nach dem Eingriff nicht stark spülen oder an der Wunde saugen. Beides kann die Blutgerinnung stören und eine Nachblutung verstärken.
Sollte die Blutung länger anhalten oder so stark sein, dass der Mund immer wieder voll Blut läuft, handeln Sie bitte sofort: Rollen Sie einen sauberen Mulltupfer oder ein frisches Stofftaschentuch zusammen, legen Sie es vorsichtig auf die Wunde und beißen Sie etwa 30 Minuten sanft darauf. So kann sich ein stabiler Blutpfropf bilden, der die Blutung stoppt.
Wenn sich die Blutung auf diese Weise nicht kontrollieren lässt oder Sie unsicher sind, kontaktieren Sie bitte Ihren Zahnarzt. Unsere Patienten melden sich bitte bei allen Unsicherheiten rund um die Wundheilung bei uns in der Breisgaupraxis.
Nach einer Implantation ist es normal, wenn Sie ein leichtes Druckgefühl oder ziehende Schmerzen
verspüren, sobald die Betäubung nachlässt. Auch eine Schwellung kann in den ersten Tagen auftreten, da Ihr Körper mit der Heilung beschäftigt ist. Diese Beschwerden klingen in der Regel nach einigen Tagen von selbst wieder ab.
Sollten die Schmerzen jedoch sehr stark sein, auch nach Einnahme von Schmerzmitteln nicht nachlassen oder nach mehreren Tagen erneut zunehmen, ist es wichtig, dass Sie sich bei Ihrem Zahnarzt melden. Dasselbe gilt, wenn die Schwellung wieder größer wird oder andere ungewöhnliche Beschwerden auftreten. In solchen Fällen kann es sein, dass eine Entzündung entstanden ist, die behandelt werden sollte.
Bitte nehmen Sie nach dem Eingriff die Medikamente ein, die Ihnen in der Praxis verschrieben wurden. Diese unterstützen die Heilung, lindern Schmerzen und helfen, Entzündungen vorzubeugen.
In der Breisgaupraxis
empfehlen wir in der Regel folgende Medikamente:
Studien zeigen, dass diese einmalige Einnahme das Risiko für Infektionen und einen frühen Verlust des Implantats deutlich senken kann. Eine längere Einnahme nach dem Eingriff bringt bei gesunden Menschen laut der Studien keinen zusätzlichen Vorteil, deshalb wird sie normalerweise nicht empfohlen.
Wenn Sie regelmäßig andere Medikamente einnehmen, sprechen Sie bitte vorab mit Ihrem Zahnarzt oder Apotheker, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.
In den meisten Fällen verläuft die Heilung nach einer Implantation ohne Komplikationen. Dennoch gibt es Situationen, in denen es wichtig ist, dass Sie sich zeitnah in Ihrer Praxis melden.
Falls Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerken, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.
Liebe Patienten der Breisgaupraxis: Falls Ihnenn etwas ungewöhnlich vorkommt oder Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte umgehend.
Ob Sie nach einer Implantation arbeiten gehen können, hängt vor allem davon ab, wie Sie sich fühlen und welche Art von Tätigkeit Sie ausüben. Wenn Sie sich am Tag nach dem Eingriff fit fühlen, können Sie wieder leichten Tätigkeiten nachgehen, z. B. sitzend im Büro arbeiten. Achten Sie darauf, sich nicht zu überfordern und legen Sie zwischendurch kleine Pausen ein.
Körperlich anstrengende Arbeiten sollten Sie in den ersten Tagen meiden, denn Anstrengung kann zu Nachblutungen oder Schwellungen im Operationsbereich führen. Dazu gehören zum Beispiel schweres Heben, Überkopf-Arbeiten, körperliche Tätigkeiten in gebückter Haltung oder Arbeiten in großer Hitze.
In den ersten 7 bis 10 Tagen nach Ihrer Implantation sollten Sie auf Sport und körperlich anstrengende Aktivitäten verzichten. Auch Bewegung und Sport können den Kreislauf anregen und das Risiko für Nachblutungen und Schwellungen erhöhen.
Nach der ersten Heilungsphase können Sie – immer abhängig davon, wie gut die Wunde verheilt ist – wieder langsam mit leichten sportlichen Aktivitäten beginnen. Sprechen Sie am besten bei Ihrem Kontrolltermin mit Ihrem Zahnarzt ab, wann Sie wieder starten können und welche Sportarten jetzt für Sie geeignet sind.
Die primäre Wundheilung nach einer Implantation dauert in der Regel etwa 7 bis 10 Tage. In dieser Zeit verschließt sich die Wunde, Schwellungen gehen zurück, und eventuelle Fäden werden in Ihrer Praxis entfernt.
Das Implantat selbst benötigt jedoch mehr Zeit, um stabil im Knochen einzuwachsen. Dieser Prozess wird Osseointegration genannt und dauert je nach Ausgangslage und Ihrem eigenen Heilungsverlauf mehrere Wochen bis Monate. In dieser Phase verbindet sich das Implantat fest mit dem Kieferknochen und wird so zu einer stabilen Basis für Ihren Zahnersatz.
Auch wenn Geduld gefragt ist: Die Einheilungszeit ist eine wichtige Investition in Ihre Gesundheit und nicht zuletzt in Ihre Lebensqualität. Sie hilft dabei, dass Ihr Implantat über Jahre oder Jahrzehnte hinweg stabil bleibt und Ihnen Freude schenkt.
Seit vielen Jahren machen wir Implantat-Behandlungen in der Breisgaupraxis. In dieser Zeit haben wir Ihre Fragen und Sorgen, aber auch Ihre Ängste rund um den Eingriff kennengelernt. Bei uns sollen Sie sich deshalb nicht nur medizinisch gut betreut, sondern auch menschlich wohl und verstanden fühlen. Ein wichtiger Teil davon ist, dass wir keine Ihrer Fragen unbeantwortet lassen.
Für Patienten mit Zahnarztangst bieten wir eine spezielle Angstsprechstunde an und finden hier gemeinsam den machbaren Weg zum Zahnarztstuhl. Wenn Sie selbst Fragen rund um das Thema Implantate haben, melden Sie sich jederzeit und gerne bei uns.