Beläge, Bakterien und Zahnstein machen nicht an künstlichen Zähnen und Zahnschienen halt. Ohne die richtige Reinigung Ihrer herausnehmbaren Zahnprothese oder Knirsch-Schiene kann es zu Mundgeruch, Entzündungen oder einem unangenehmen Tragegefühl kommen. Und auch die Schleimhäute und restlichen Zähne brauchen Aufmerksamkeit.
Mit etwas Routine und dem richtigen Wissen lässt sich die Pflege Ihres Zahnersatzes oder Ihrer Zahnschiene ganz einfach in Ihren Alltag integrieren. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei der Pflege ankommt, und warum auch eine Zahnprothese regelmäßig zur Zahnreinigung gehört.
Genau wie bei natürlichen Zähnen muss auch Ihr herausnehmbarer Zahnersatz täglich gepflegt werden. Denn selbst wenn Ihre Prothese aus Kunststoff oder Metall besteht, kommt sie den ganzen Tag über mit Speichel, Speiseresten und Bakterien in Kontakt – und damit kann sich Zahnbelag bilden.
Beläge setzen sich vor allem an Übergängen, Halteelementen und im Zwischenraum zur Schleimhaut fest. Wenn diese Rückstände nicht regelmäßig entfernt werden, kann das Folgen haben:
Ein sauberer Zahnersatz fühlt sich nicht nur angenehmer an, er schützt auch Ihre Mundgesundheit und hält schlichtweg länger. Die gründliche Reinigung Ihrer herausnehmbaren Zahnprothese sollte deshalb morgens und abends fest dazugehören.
Die Reinigung Ihrer Zahnprothese ist nicht kompliziert. Aber ihre Oberfläche ist empfindlicher, als man denkt:
Zahnpasta ist deshalb für die Reinigung einer Zahnprothese oder Zahnschiene keine gute Wahl!
Viele herkömmliche Zahnpasten enthalten winzige Schleifkörper, die beim Putzen auf Kunststoff oder Keramik wie Schmirgelpapier wirken. In den feinen Kratzern setzen sich dann gerne Bakterien und Beläge fest.
Unser Tipp:
Reinigen Sie Ihren Zahnersatz immer über einem weichen Untergrund, z. B. einem Handtuch im Waschbecken. Falls Ihnen die Prothese dabei aus der Hand rutscht, landet sie weich und geht nicht zu Bruch.
Wenn Sie Ihre herausnehmbare Zahnprothese nachts herausnehmen oder sie tagsüber vorübergehend nicht benötigen, sollten Sie sie immer in einem sauberen Wasserbad lagern – idealerweise in einer dafür vorgesehenen Prothesendose mit Deckel.
Wichtig:
Lassen Sie Ihre Prothese nicht offen und trocken auf dem Waschbeckenrand oder Nachttisch liegen. Das ist weder hygienisch noch gut für das Material.
Knirsch-Schienen – vom Zahnarzt Aufbiss- oder Bruxismus-Schienen genannt – werden nicht im Wasser aufbewahrt! Sie bestehen aus anderem Material als Prothesen und können durch Feuchtigkeit sogar Schaden nehmen oder sich verfärben.
Wichtig:
Auch diese Box sollte regelmäßig mit milder Seife und warmem Wasser gereinigt werden. Sonst sammeln sich dort mit der Zeit Keime, die Sie beim nächsten Tragen wieder in den Mund bringen.
So gründlich Sie Ihren Zahnersatz auch täglich pflegen, manche Beläge lassen sich mit der heimischen Bürste allein nicht mehr entfernen. Spätestens wenn sich erste Verfärbungen zeigen oder sich die Oberfläche rau anfühlt, wird es Zeit für eine professionelle Reinigung Ihres Zahnersatzes in der Zahnarztpraxis. Wir empfehlen Ihre Prothese etwa einmal im Jahr gründlich vom Fachpersonal reinigen zu lassen, am besten im Rahmen Ihrer professionellen Zahnreinigung.
Denn: Eine perfekte Zahnreinigung im Mund nützt wenig, wenn Sie anschließend eine ungereinigte Prothese wieder einsetzen. Es besteht die Gefahr, dass Sie Bakterien, Pilze oder sogar Zahnstein damit direkt wieder an die frisch gereinigten Schleimhäute bringen.
Wenn Sie Druckstellen, Entzündungen oder Rötungen unter der Prothese bemerken.
Nur weil keine natürlichen Zähne mehr vorhanden sind, bedeutet das nicht, dass die Mundpflege weniger wichtig wird – im Gegenteil. Ihre Mundschleimhaut bleibt lebendig und empfindlich und reagiert sensibel auf Bakterien, Beläge und Druckstellen. Auch eine perfekt sitzende Prothese liegt ständig auf dem Zahnfleisch und Gaumen auf, also an genau den Stellen, die gereinigt und gepflegt werden müssen.
An der Übergangszone zwischen Prothese und Schleimhaut entsteht so ein feuchtwarmes Milieu als idealer Nährboden für Bakterien, Pilze oder Beläge. Ohne gründliche Pflege kann es deshalb zu Reizungen, Rötungen oder sogar Pilzinfektionen kommen.
Ein typisches Beispiel ist die sogenannte Prothesenstomatitis: eine oft unbemerkte Entzündung unter der Prothese, verursacht durch Hefepilze wie dem Candida albicans.
Übrigens:
Eine gepflegte Mundschleimhaut fühlt sich nicht nur besser an, sie sorgt auch für einen besseren Halt der Prothese – gereiztes oder entzündetes Gewebe verändert den Sitz und kann zu Druckstellen führen.
Eine gut sitzende Prothese fühlt sich sicher an und verursacht keine Schmerzen. Sobalt es wackelt, reibt, drückt, oder beim Essen stört, gilt: Bitte nicht selbst „reparieren“!
Im Laufe der Zeit verändert sich, besonders nach Zahnverlust, der Kieferknochen. Der Knochen baut sich langsam ab, die Schleimhaut wird dünner, und das Zahnfleisch kann sich zurückziehen. All das ist völlig normal. Selbst eine perfekt angepasste Prothese passt nach Jahren deshalb möglicherweise nicht mehr ganz genau.
Auch der Zahnersatz gehört also regelmäßig vom Zahnarzt kontrolliert und muss bei Bedarf professionell angepasst werden. In der Zahnarztpraxis kann die Prothese unterfüttert, leicht abgeschliffen oder neu angepasst werden. Bei größeren Veränderungen kann auch ein neuer Zahnersatz nötig sein. Das bespricht Ihr Zahnarzt mit Ihnen ganz in Ruhe.
Knirsch–Schienen schützen Ihre Zähne beim nächtlichen Pressen oder Knirschen, entlasten die Kaumuskulatur und beugen langfristigen Schäden an Kiefergelenken, Füllungen und Zahnschmelz vor. Damit Sie lange Zeit von Ihrer Aufbiss-Schiene profitieren, braucht auch sie regelmäßige und sorgfältige Pflege.
Achtung:
Hitze ist der größte Feind Ihrer Schiene. Knirscherschienen bestehen aus einem thermoplastischen oder elastischen Kunststoff. Sie verformen sich also schon bei moderaten Temperaturen. Deshalb bitte niemals mit heißem Wasser reinigen, nicht in der Spülmaschine reinigen, nicht auf der Heizung oder in der Sonne lagern – und schon gar nicht abkochen! Hitze macht die Schiene unbrauchbar.
Mundgeruch ist kein Grund, sich zu schämen. Aber immer ein Signal, genauer hinzusehen. Wer eine herausnehmbare Zahnprothese trägt, ist manchmal von Mundgeruch betroffen. Das kann vorkommen, wenn die Reinigung nicht ganz konsequent erfolgt, oder der Sitz der Prothese nicht mehr optimal ist.
Regelmäßige Reinigung der Zahnprothese
Reinigen Sie Ihre Zahnprothese zweimal täglich mit Bürste, lauwarmem Wasser und Spülmittel oder Reinigungstabletten. Dabei auch schwer erreichbare Stellen und Halteelemente nicht vergessen.
Pflege der Mundschleimhaut
Reinigen Sie täglich auch Gaumen, Zunge und Zahnfleisch mit einer weichen Bürste oder einem feuchten Tuch.
Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt
Lassen Sie bei Mundgeruch Ihre Mundhöhle und Ihre Zahnprothese von Ihrem Zahnarzt kontrollieren. In vielen Fällen reicht eine professionelle Reinigung oder eine kleine Korrektur der Prothese, um das Problem zu beheben.
… suchen Sie bitte unbedingt Ihre Zahnarztpraxis auf. Anhaltender Mundgeruch kann auch ein Hinweis auf andere Ursachen sein, z. B. Probleme im Magen-Darm-Trakt, Nasennebenhöhlen oder Stoffwechselstörungen.
Wer einen herausnehmbaren Zahnersatz oder eine Knirsch-Schiene trägt, trägt auch die Verantwortung für die eigene Mundgesundheit. Beläge, Bakterien, Zahnstein und Druckstellen entstehen auch in gepflegten Mundhöhlen, lassen sich aber durch konsequente Hygiene gut vorbeugen.
Dazu braucht keine aufwendigen Hilfsmittel und auch nur ein paar Minuten Zeit. Eine weiche Bürste, lauwarmes Wasser und gelegentlich der Besuch beim Zahnarzt reichen meist aus, um langfristig Freude an Ihrem Zahnersatz und Ihrer Aufbiss-Schiene zu haben.
Machen Sie die Pflege Ihrer Prothese oder Schiene zu einem festen Bestandteil Ihres Tages. Und wenn doch einmal etwas drückt, riecht oder sich verändert, kümmern wir von der Breisgaupraxis uns mit Ruhe und Sorgfalt darum, dass in Ihrer Mundhöhle alles wieder in Ordnung kommt.

Ihr Experte für Zahnmedizin Dr. Peter Hakes
Dr. Peter Hakes teilt mit seiner Frau Dr. Petra Hakes die Leidenschaft zur Zahnmedizin. Schon im Zahnmedizinstudium faszinierte ihn die Chirurgie. Eine Faszination, die er nach dem Staatsexamen 2006 und der Promotion in seiner Assistenzzeit vertiefte, und sich bei sehr erfahrenen Kollegen ein fundiertes chirurgisches Wissen erarbeitete. Dr. Peter Hakes absolvierte das Masterstudium der Parodontologie und periimplantären Therapie und ist Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie e. V.